Dienstag, 28. November 2017

Will ich wirklich Medizinerin werden? | Warum ich mir das antue...


Zu allererst:  JA!  Ich will diesen Stress auf mich nehmen und meine Nerven verlieren um Ärztin zu werden. 




Irgendwie bin ich in einer Familie aufgewachsen, in der zwar kaum Ärzte sind, es jedoch immer um die Themen Gesundheit, Arbeit im Krankenhaus und somit auch Medizin ging.
Der Gedanke Ärztin zu werden entstand jedoch erstmals durch Grey's Anatomy (KEIN SPOILER) und wurde auch recht bald wieder verworfen.

Erst im Laufe der letzten Jahre und bestimmten Auslösern habe ich die Liebe zur Neurologie und somit auch zur Medizin wieder entdeckt.

"Willst du Familie haben, feiern gehen, Hobbies nachgehen und dich mit Freunden treffen? Oder Medizin studieren?"
Warum kann ich nicht beides machen?

Solche Sätze hört man in Zusammenhang mit dem Medizinstudium leider häufig. Aber jedes Studium ist anstrengend und Zeitaufwendig. Aber meine Familie, Beziehung und Freunde werde ich nie vernachlässigen. Egal um welches Studium es sich handelt.

Dem Traum vom Medizinstudium stehen leider nur die Aufnahmekriterien im Weg.

Einen Notendurchschnitt von 1,0 (oder besser) zu bekommen ist für mich eher unwahrscheinlich und die Aufnahmeprüfung zum Medizin Studium in Österreich ziemlich schwer.



MedAt in Österreich: 


In Österreich müssen sich zukünftige Ärzte einen Aufnahmetest unterziehen. 2017 haben 16.000 Kandidaten teilgenommen und es gab nur 1.620 Plätze.

Hier unter den Besten zu zählen ist unglaublich schwer, da der Test nicht nur sehr kompliziert ist und viel Vorbereitung beansprucht, sondern auch viele Bewerber schon mehrmals angetreten sind und somit schon mehr Erfahrung (vielleicht auch aus anderen Studiengängen) mitbringen.

Zeichnet so ein Test überhaupt aus, ob es sich bei der Person um einen guten Arzt handelt? 

Nein! Aber wie sollte man so etwas auch schriftlich erfragen können?

Beim Test werden neben den naturwissenschaftlichen Fächern (Biologie, Chemie, Physik und Mathematik) auch kognitive Fähigkeiten, Textverständnis und auch soziale Kompetenzen abgefragt.

Da die Sozialen Kompetenzen jedoch (meiner Meinung nach) nicht aussagen, ob man mit Personen umgehen kann oder nicht und auch nur 10% der Note ausmachen, sind sie meiner Meinung nach nicht gut genug ausgearbeitet.

Was wird denn überhaupt abgeprüft? 


© https://www.studymed.at/medat-h

Unter kognitive Fähigkeiten fallen Aufgaben wie:

  • Implikationen erkennen: 
Die Fragestellung lautet hierbei zum Beispiel:

"Einige Tiere sind Warmblüter"
"Alle Warmblüter sind keine Kaltblüter"

 Als Antwort sind 5 Lösungen angegeben bei denen immer eine richtig ist.

Hier zum Beispiel:
 Richtig ist hier Antwort Nr. 4!

  • Zahlenfolgen 
Erklärt sich denk ich von selbst...
  • Wortflüssigkeit 
Ein Wort wird zusammengewürfelt wie zum Beispiel:

WELÖ

Dann sind als Antwortmöglichkeiten wieder 5 Antworten angeben und man muss angeben welche Antwort richtig ist.

Hier wäre der Anfangsbuchstabe L die richtige Antwort. (Das Wort heißt LÖWE)
  • Merkfähigkeit 
Mit Abstand der schrecklichste Untertest für mich!
Hier bekommt man 10 verschiedene Allergienausweis, welche alle nach diesem Schema aufgebaut sind:


© https://www.medat-vorbereitung.at/medat/allergieausweise-ged%C3%A4chtnis-und-merkf%C3%A4higkeit/

 Hier hat man dann kurz Zeit sich die Angaben zu merken und muss ein-zwei Stunden später ziemlich gemeine Mutiple-Choice Fragen dazu beantworten.
  • Figuren zusammensetzen 
Man erhält vier verschiedene Figuren und eine "auseinandergeschnittene" und muss dann aungeben welche Figur die zerlegte Figur darstellt.

Zum Beispiel so:

©https://www.studymed.at/backend/ueben/infopage/kurs/1/id/15


 Beim Untertest Soziales Entscheiden bekommt man (wieder im Multiple-Choice Format) fiktive (aber realistische) Situationen, bei denen man dann zum Beispiel die Gefühle der beteiligten Personen bewerten muss.

Was bei den beiden Untertests Textverständnis und BMS (Naturwissenschaften) gefragt wird muss ich denke ich nicht erläutern. :)

Mein Fazit: 

Also ich glaube, dass beim MedAt zu viel gefordert wird. Auch wenn ich gut verstehen kann, dass man auf diese Art und Weise ausmisten muss, wenn sich so viele Menschen bewerben. 
Jedoch ist der Test nichts für Mediziner sondern Genies. Und Genies sind bekanntlicherweise nicht immer gut im Umgang mit sozialen Kontakten. 

Vielleicht sollte man versuchen, weniger Dinge abzufragen, die man ja eigentlich im Studium lernen möchte, sondern versuchen, sich auf Kompetenzen zu konzentrieren, welche einen Arzt auch ausmachen. 

Auch wenn man dafür noch mehr Geld, Zeit und Mitarbeiter investieren müsste. 

Viel zu oft denken sich Leute, die in der Schule sehr gut abgeschlossen haben, dass sie jetzt Medizin studieren müssen, da ihr Noten so gut waren. 

Dass Medizin aber viel mehr ist merken viele erst im Studium. 

Die Leute, die wirklich Ärzte werden wollen und mit Herz diesen Beruf ausführen würden, aber unter den vielen "Genies" Probleme haben den Test zu bestehen, sollten auch ihre Chance bekommen!
Und was denkst du?? 

Wenn du es bis hier her geschafft hast bekommst du zuerst mal einen Applaus! 

Was sind denn deine Ansichten zu dem Thema? Interessiert dich Medizin? 

Lass es mch gerne unten in den Kommentaren wissen!!! 



Ich wünsche dir eine schöne Zeit! 
Alina 💗

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